Stichwahl in Kolumbien von Gewalt überschattet

Stichwahl in Kolumbien von Gewalt überschattet
Die Bevölkerung in Kolumbien muss sich am Sonntag bei der Stichwahl um das Präsidentenamt zwischen einem rechten, von US-Präsident Trump unterstützten Hardliner und einem linken Senator und Menschenrechtler entscheiden.

Bogotá (epd). Kolumbien wählt am Sonntag einen neuen Präsidenten. In der Stichwahl tritt der ultrarechte Anwalt Abelardo de la Espriella (47) gegen den linken Senator und Menschenrechtler Iván Cepeda (63) an. Letzten Umfragen zufolge lag de la Espriella vorne. Im ersten Wahlgang am 31. Mai erzielte er 43,7 Prozent der Stimmen, Cepeda kam auf 40,9 Prozent.

Der Unternehmer und Verteidiger paramilitärischer Milizenführer de la Espriella wird von US-Präsident Donald Trump unterstützt. Er verspricht Sicherheit, will zehn Hochsicherheitsgefängnisse bauen lassen und ähnlich wie Argentiniens Präsident Javier Milei die Staatsausgaben radikal kürzen.

Gewalt durch bewaffnete Gruppen

Iván Cepada hingegen macht sich für die Fortsetzung der ökosozialen Politik des linksgerichteten Staatschefs Gustavo Petro stark und wird kurz vor dem Urnengang von Claudia López unterstützt, der früheren linksliberalen Bürgermeisterin der Hauptstadt Bogotá. Die Verfassung lässt eine Wiederwahl Petros nicht zu. Wahlberechtigt sind mehr als 41 Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer.

Die Wahl wird von der anhaltenden Gewalt in dem südamerikanischen Land überschattet. Bei Kämpfen zwischen zwei Splittergruppen der früheren Farc-Guerilla wurden Ende Mai Dutzende Menschen getötet. Petros Projekt eines umfassenden Friedens gilt als gescheitert.