Düsseldorf, Münster (epd). Der neue Bischof von Münster, Heiner Wilmer, ist am Dienstag in der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei in Düsseldorf auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung vereidigt worden. Im Beisein von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Vertretern der niedersächsischen Landesregierung gelobte Wilmer in seinem Treueid, mit allen Mitarbeitenden des Bistums die verfassungsmäßige Ordnung zu achten und das Gemeinwohl vor Schaden zu bewahren.
Der Treueschwur eines katholischen Bischofs vor einer staatlichen Instanz ist in einem Staatskirchenvertrag vorgesehen, der auf das sogenannte Reichskonkordat von 1933 zurückgeht. Er wurde vor zwei Landesregierungen geleistet, weil das Bistum Münster größtenteils zu NRW gehört, aber auch Teile von Niedersachsen umfasst. Wilmer nannte den Treueid Ausdruck des gemeinsamen Willens von Kirche und Staat zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit: Beide wollten dem Gemeinwohl dienen und seien den Menschen verpflichtet.
Amtseinführung als Bischof von Münster am Sonntag
Ministerpräsident Wüst dankte Wilmer für sein Engagement für die Menschen und die christlichen Werte. Mit ihm erhalte das Bistum einen Bischof, der Brücken baue und den Dialog suche. Die Kirchen leisteten in Kitas und Schulen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Tag für Tag einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt und zum sozialen Miteinander, betonte Wüst.
Wilmer wird am kommenden Sonntag im Münsteraner Dom offiziell als 77. Bischof von Münster in sein Amt eingeführt. Der 65-Jährige war bislang Bischof von Hildesheim und folgt an der Spitze des mitgliederstärksten deutschen Bistums mit rund 1,6 Millionen Katholiken auf Felix Genn, der im März 2025 mit 75 Jahren aus Altersgründen als Münsteraner Bischof zurückgetreten war. Seit Ende Februar ist Wilmer auch Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz mit Sitz in Bonn.



