EU verschärft KI-Regeln gegen digitale sexualisierte Gewalt

EU verschärft KI-Regeln gegen digitale sexualisierte Gewalt
Die EU verschärft ihr KI-Gesetz: "Nudifier"-Apps und Deepfakes ohne Einwilligung werden verboten.

Straßburg, Brüssel (epd). Die EU will sogenannte „Nudifier“-Apps und andere KI-Anwendungen zum Erstellen sexualisierter Deepfakes künftig verbieten. 423 Abgeordnete des Europäischen Parlaments stimmten am Dienstag in Straßburg für entsprechende Änderungen am europäischen KI-Gesetz (AI Act), 57 stimmten dagegen und 174 enthielten sich.

Verbot soll ab Dezember 2026 greifen

Hintergrund der neuen Regeln sind unter anderem Vorfälle um den KI-Chatbot Grok der Plattform X. Nutzer hatten die Software verwendet, um Frauen auf Fotos digital zu entkleiden. Die Debatte über sexualisierte digitale Gewalt bekam zuletzt auch in Deutschland neue Aufmerksamkeit. Die Schauspielerin Collien Fernandes wehrte sich gegen Deepfake-Videos von sich mit pornografischen Inhalten und machte die Bedrohung durch digitale Gewalt an ihrem eigenen Beispiel öffentlich.

Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, muss es noch vom Rat förmlich verabschiedet werden. Dies gilt als Formsache. Unternehmen haben laut EU-Parlament bis zum 2. Dezember 2026 Zeit, ihre Systeme anzupassen.