Lehrer wegen Posts zum Gaza-Krieg vom Dienst suspendiert

Lehrer wegen Posts zum Gaza-Krieg vom Dienst suspendiert
Seit Monaten darf ein hessischer Lehrer keine Kinder und Jugendlichen mehr unterrichten. Grund sind seine Instagram-Posts zur israelischen Kriegsführung in Gaza. Der Fall beschäftigt inzwischen Ämter, Gerichte und die Staatsanwaltschaft Mainz.

Mainz, Wiesbaden (epd). Ein hessischer Gymnasiallehrer ist seit über einem halben Jahr vom Dienst suspendiert, weil er auf einem privaten Social-Media-Kanal scharfe Kritik an Israels Kriegsführung in Gaza geübt hatte. Nachdem ein Eilantrag gegen das Unterrichtsverbot erfolglos blieb, liegt der Fall aktuell beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof. Der zuständige Senat sei um eine zeitnahe Entscheidung bemüht, teilte ein Gerichtssprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Zudem läuft bei der Staatsanwaltschaft Mainz ein Ermittlungsverfahren wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung gegen den Pädagogen.

„Ich habe keine verfassungsfeindlichen Positionen vertreten“, sagte der Mathematik- und Informatiklehrer Julian Hundt im Gespräch mit dem epd. Nach dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023 habe er noch eine Solidaritätsveranstaltung für die israelischen Opfer besucht. Später aber habe er auf seinem privaten Instagram-Kanal auch den israelischen „Völkermord“ in Gaza verurteilt und das Recht der Palästinenser auf Widerstand gegen die Besatzung betont: „Es ist eine Gewissensfrage: Kann ich schweigen, wenn ich Unrecht erlebe?“

Meinungsäußerungen „nicht als rein privat anzusehen“

Bereits Ende 2025 hatte das Verwaltungsgericht Darmstadt das vom Schulamt verfügte Dienstverbot bis zur endgültigen Klärung der Vorwürfe als gerechtfertigt gewertet. Der Lehrer habe auf seinem öffentlichen Account „antisemitische und israelfeindliche“ Posts kommentiert und entsprechende Inhalte verlinkt. Zudem habe er in einem Video „selbst angegeben, im Rahmen seiner Lehrtätigkeit fachfremd und unterrichtsunabhängig den Palästina-Konflikt zu thematisieren“. Seine Meinungsäußerungen seien deshalb „nicht als rein privat anzusehen“.

Der Lehrer war mehrere Monate nach seiner Suspendierung selbst mit seinem Fall an die Öffentlichkeit gegangen. Das zuständige hessische Bildungsministerium will sich zu dem Fall auf Nachfrage nicht öffentlich äußern.