Göttingen (epd). Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt vor der Abschiebung von Angehörigen drusischer, alevitischer und christlicher Minderheiten nach Syrien. Insbesondere die Drusen befänden sich in akuter Gefahr durch das islamistische Regime in Damaskus sowie marodierende islamistische Banden, sagte der Nahost-Referent der Menschenrechtsorganisation, Kamal Sido, am Freitag in Göttingen. Auch gegen Alawiten, Kurden und Christen verübten die Islamisten immer wieder Gewaltakte.
„Die Hetze gegen diese Minderheiten ist zentral organisiert“, erläuterte Sido. „Das Regime und seine Medien stellen sie unter den Generalverdacht, Agenten des Auslands, insbesondere Israels, zu sein.“ Damit würden die Betroffenen „quasi für vogelfrei erklärt“. Ihr Leben und ihre Freiheit werde „der blinden sunnitischen-islamistischen Gewalt“ ausgesetzt.
Abschiebezentren sind inhuman"
Die Gesellschaft für bedrohte Völker habe Erkenntnisse, dass die Zufahrtsstraße zwischen Damaskus und dem Drusengebiet im Süden des Landes in der Provinz al-Suwaida nicht sicher sei, erläuterte Sido. Immer wieder komme es dort zu Anschlägen und Entführungen von Drusen: „Wir wiederholen daher unseren Appell an die Bundesregierung, aber auch an die Opposition und das Europa-Parlament, sich gegen Abschiebungen von Minderheiten nach Syrien auszusprechen und die Errichtung von Abschiebezentren in Drittstaaten abzulehnen“, betonte der Nahost-Referent.



