Mannheim (epd). Die Empörung von Nutzern nach Datenlecks lässt laut einer Studie der Universität Mannheim schnell wieder nach. Auch nach dem Cambridge-Analytica-Skandal, bei dem die Daten von mehr als 80 Millionen Facebook-Nutzern ohne deren Wissen für politische Zwecke verwendet worden waren, blieben die meisten Betroffenen dem sozialen Netzwerk treu, wie die Universität am Montag mitteilte. Der anfängliche Ärger und das Misstrauen gegenüber der Plattform waren nach rund sechs Monaten größtenteils verschwunden.
Die Forscher befragten den Angaben zufolge 380 Facebook-Nutzer, deren Daten missbraucht worden waren. Eine zweite Befragung mit 183 der Teilnehmer fand ein halbes Jahr später statt. Unmittelbar nachdem der Skandal bekannt wurde, reagierten die Betroffenen deutlich stärker als Nicht-Betroffene. Das Vertrauen in die Plattform sank, während Gefühle wie Wut und Enttäuschung zunahmen. Nach sechs Monaten hatten sich die Einstellungen jedoch wieder ihrem ursprünglichen Niveau angenähert.
Psychologische Anpassung
Die Forscher erklären diese Entwicklung mit psychologischen Anpassungsprozessen. Zudem erschwerten soziale Kontakte, gespeicherte Inhalte oder fehlende Alternativen einen Wechsel der Plattform. Die fortgesetzte Nutzung führe dann zu einer inneren Rechtfertigung des Verbleibs.



