Luxemburg, Brüssel (epd). Die EU muss nach Einschätzung des Europäischen Rechnungshofs stärker darauf achten, dass junge Menschen dauerhaft in Arbeit bleiben. Zwar sei die Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken - von 20 Prozent im Jahr 2013 auf zuletzt unter 12 Prozent - die langfristige Wirkung vieler Förderprogramme lasse sich jedoch kaum beurteilen, teilte der Rechnungshof am Donnerstag in Luxemburg mit.
Dem Bericht zufolge waren 2025 EU-weit rund 4,7 Millionen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren arbeitslos. Das entspricht einer Quote von 11,6 Prozent. Damit ist die Arbeitslosenquote junger Menschen deutlich gesunken, sie bleibt aber etwa doppelt so hoch wie die der Gesamtbevölkerung.
Milliarden für die Förderung
Der Rechnungshof kritisiert, dass die EU-Kommission den Erfolg der Maßnahmen bislang vor allem anhand der Beschäftigungssituation sechs Monate nach Förderende messe. Aussagen über die längerfristige Integration in den Arbeitsmarkt seien so nur eingeschränkt möglich. Zudem seien die Ziele vieler Programme zu ungenau formuliert. Besonders schwer erreichbar blieben junge Menschen, die weder arbeiten noch aktiv nach einer Stelle suchen.
Seit Einführung des Jugendbeschäftigungspakets im Jahr 2012 seien erhebliche EU-Mittel mobilisiert worden. Seit 2014 habe die EU rund 25 Milliarden Euro speziell für die Förderung der Beschäftigung junger Menschen bereitgestellt. Auf Italien und Spanien seien mit rund 47,5 Prozent fast die Hälfte davon entfallen.
Der für die Prüfung zuständige Rechnungshof-Vertreter Carlo Alberto Manfredi Selvaggi forderte klarere Ziele und eine bessere Erfolgskontrolle. Nur so lasse sich beurteilen, ob die eingesetzten öffentlichen Mittel die Lage junger Menschen tatsächlich nachhaltig verbesserten.



