Frankfurt a.M., Bunia (epd). WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat den Ebola-Gebieten im Ostkongo die Hilfe der internationalen Gemeinschaft versichert. „Ihr seid nicht allein“, betonte er am Sonntag beim Besuch in der Region laut einer auf X veröffentlichten Erklärung. Angesichts verbreiteten Misstrauens gegenüber den Epidemie-Maßnahmen rief Tedros die Menschen zu Zusammenarbeit und Vertrauen auf. Schnell medizinische Hilfe zu suchen, sei entscheidend, betonte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation.
Für die Bundibugyo-Variante des Virus, die für den aktuellen Ebola-Ausbruch verantwortlich ist, gebe es keine zugelassene Impfung oder gezielte Therapie, räumte Tedros ein. Aber mit guter Behandlung stiegen die Überlebenschancen: „Sich schnell in medizinische Behandlung zu begeben, macht einen wirklichen Unterschied.“ Tedros ging auch auf die Sorge von Angehörigen ein, wegen der Ansteckungsgefahr nicht so Abschied von Verstorbenen nehmen zu können, wie es für die Familien wichtig ist. „Ich verstehe, wie schmerzhaft es ist, jemanden zu verlieren, und wie viel es bedeutet, sie entsprechend zu ehren“, sagte er. Würdevolle, aber sichere Beerdigungen seien im Kampf gegen Ebola entscheidend.
Rasanter Anstieg von Ebola-Zahlen
Ebola wird durch Kontakt von Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch übertragen - mit hohem Ansteckungsrisiko etwa bei der Pflege von Kranken oder dem Waschen von Verstorbenen. Eine Infektion mit der Bundibugyo-Variante verläuft nach Einschätzung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC in 25 bis 50 Prozent der Fälle tödlich.
Der Ebola-Ausbruch war vor rund zwei Wochen bekannt geworden. Seitdem steigen die Zahlen rasant, zu Wochenmitte wurden bereits rund 1.000 Verdachtsfälle und mehr als 200 mutmaßlich durch Ebola verursachte Todesfälle gemeldet. Die Eindämmung wird von anhaltenden Kämpfen zwischen einer Reihe von Milizen, bewaffneten Gruppen und den staatlichen Sicherheitskräften im Ostkongo erschwert.



