Berliner Erzbischof: Fußball-WM soll keinen ausschließen

Berliner Erzbischof: Fußball-WM soll keinen ausschließen
In ein paar Tagen startet die Fußballweltmeisterschaft. Auch der Berliner Erzbischof Koch will sich die Spiele anschauen. Doch er sieht das "Mega-Event" auch kritisch.

Berlin (epd). Der Berliner katholische Erzbischof Heiner Koch hat sich wenige Tage vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft zu seiner Fußballbegeisterung bekannt. „Ich bin Fußballfan und liebe dieses Spiel seit meiner Jugend“, erklärte Koch am Samstag im RBB-Hörfunk 88,8. Fußball könne ein Fest der Begegnung sein. Gesänge, Rituale und geteilte Emotionen stifteten Gemeinschaft: „In Stadien erleben Menschen Heimat.“ Das verbinde den Sport mit Kirche und Gemeinde. „Auch hier ist Heimat“, sagte Koch.

Mit Blick auf die am 11. Juni beginnende Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada warnte Koch allerdings davor, dass die Spiele angesichts der aktuellen US-Politik gegenüber Ausländern kein „Fest der Völkerverständigung“ werden könnten, sondern nur der „Inszenierung von Macht“ dienten. „Als Kirche haben wir deshalb die Pflicht, genau hinzuschauen“, sagte der Erzbischof.

„Dann wird der Fußball zum Alibi“

„Wenn Milliarden investiert werden, um perfekte Bilder zu produzieren, während zugleich Menschen, wie von der Trump-Regierung geplant, während der Weltmeisterschaft ausgegrenzt, kontrolliert oder zum Risiko erklärt werden, dann läuft etwas grundsätzlich falsch. Dann wird der Fußball zum Alibi“, sagte Koch. Papst Franziskus (1936-2025) habe einmal gesagt, der Sieg liege nicht im Gewinnen, sondern im gemeinsamen Spiel. Zugleich habe Franziskus gewarnt, „dass der Fußball seine Seele verliert, wenn er nur noch Ware ist und nicht mehr Begegnung.“ Diese Warnung gelte heute mehr denn je.