Mülheim, Ruhr, Hamm (epd). Mehrere Hundert Klimaaktivisten haben am Freitag im Ruhrgebiet gegen den von der Bundesregierung geplanten Bau neuer Gaskraftwerke protestiert. So blockierten in den Morgenstunden zunächst rund 120 Personen die Zufahrt zu einem Stahlwerk in Mülheim an der Ruhr, wie die Polizei Dortmund mitteilte. Zudem drangen ebenfalls in Mülheim etwa 100 Personen auf das Gelände eines metallverarbeitenden Betriebes vor. Überdies versammelten sich in Hamm nach Polizeiangaben rund 500 Menschen zu einem Demonstrationszug durch die Stadt.
Zu den Protesten und der Demonstration hat das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ aufgerufen, das derzeit in Hamm ein mehrtägiges „Klimacamp“ veranstaltet. Das Aktionsbündnis macht damit gegen die Pläne der Bundesregierung mobil, 20 neue Gaskraftwerke zu bauen. Die Blockadeaktionen richteten sich laut dem Bündnis gegen einen Hersteller von Gaspipelines und ein Rüstungsunternehmen.
Aktionstag an Kraftwerk in Werne geplant
Für Samstag ist zudem ein großer Aktionstag angekündigt, an dem Umweltschützer vor dem Gersteinwerk in Werne-Stockum demonstrieren wollen. Gegen ein von der Polizei ausgesprochenes Versammlungsverbot an dem von RWE betriebenen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk waren die Klimaaktivisten mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gescheitert (AZ: 14 L 1017/26). Sie wollten die Entscheidung vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster anfechten. Ein Beschluss dazu stand bis zum Freitagvormittag noch aus.
„Gas ist eine Risikotechnologie. Wer auf fossile Energie setzt, setzt auch auf Abhängigkeit von Krisenprofiteuren: Gas ist schon heute eine der teuersten Möglichkeiten, Strom zu erzeugen“, sagte eine Sprecherin von „Ende Gelände“. Mit ihren Aktionen möchten die Aktivisten fossiles Gas nicht nur unter dem Aspekt der Energieversorgung problematisieren, sondern auch enge Bezüge zu Rüstungsindustrie, Krieg und Gewalt sichtbar machen.



