Hamburg (epd). Umweltschützer warnen vor Schäden am Wattenmeer durch die Förderung von Gas und Öl. Die Verbrennung fossiler Energieträger beschleunige global den Anstieg des Meeresspiegels und bedrohe die sensiblen Wattflächen und Inseln an der Nordseeküste, teilte der Umweltverband WWF Deutschland in Hamburg anlässlich der 15. Trilateralen Regierungskonferenz zum Schutz des Wattenmeers ab Mittwoch im dänischen Esbjerg mit. Der WWF forderte am Dienstag, die Gas- und Ölförderung im und am Wattenmeer bis spätestens 2030 komplett einzustellen.
Auch die Windparks in der Nordsee müssten so geplant werden, dass Bau und Betrieb naturverträglich erfolgen, erklärte Jannes Fröhlich vom WWF Deutschland. Dazu gehöre, dass die Kabeltrassen der Offshore-Windparks das Wattenmeer möglichst meiden. Bereits 2024 hatte die Unesco Deutschland, Dänemark und die Niederlande für geplante oder bereits bestehende Aktivitäten und Infrastrukturprojekte im Weltnaturerbe Wattenmeer kritisiert.
Krabbenfischerei als Problem
Auch die Fischerei bleibe ein Problem. Um verloren gegangene Lebensräume und Arten wieder aufleben zu lassen, müssten große Teile in der Nordsee strikt geschützt werden. Niedersachsen und Schleswig-Holstein müssten fischereifreie Gebiete einrichten. Die jetzige Praxis der Krabbenfischerei im Wattenmeer widerspreche den Anforderungen des Bundesnaturschutzgesetzes, der EU-Habitatrichtlinie und der EU-Wiederherstellungsverordnung der Natur, erklärte der WWF.



