Stockholm (epd). Die Zahl der Einsatzkräfte bei internationalen Friedensmissionen ist Ende 2025 weltweit auf den niedrigsten Stand seit mindestens 25 Jahren gesunken. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Friedensforschungsinstitut Sipri am Montag veröffentlichte. Demnach waren am 31. Dezember des vergangenen Jahres 78.633 internationale Einsatzkräfte für Friedensmissionen tätig, knapp die Hälfte weniger als im Jahr 2016 und so wenig wie seit 2000 nicht mehr.
Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts seien die Zahlen zwar kontinuierlich zurückgegangen, hieß es. Das Jahr 2025 verzeichne mit 17 Prozent jedoch den stärksten jährlichen Rückgang der vergangenen zehn Jahre.
Mangelnde Finanzierung
Die Forscher sehen die Gründe für den Rückgang vor allem bei der mangelnden Finanzierung sowie politischen Pattsituationen im UN-Sicherheitsrat, in dem die fünf ständigen Mitglieder USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich Vorhaben mit ihrem Veto blockieren können. Den Friedenssicherungseinsätzen der Vereinten Nationen fehlten laut Sipri im Juli 2025 zwei Milliarden US-Dollar ihres für 2024 bis 2025 vorgesehenen Budgets von 5,6 Milliarden Dollar. Bei mehreren Einsätzen sei deshalb in erheblichem Umfang das Personal gekürzt worden.
Das in Stockholm ansässige Sipri-Institut berücksichtigte für die Datenerhebung multilaterale Friedensmissionen, sowohl mit als auch ohne UN-Mandat. Die Fachleute listen für 2025 weltweit 58 multilaterale Friedensmissionen auf, drei weniger als im Jahr davor. In Afrika südlich der Sahara und Europa waren jeweils 18 Missionen im Einsatz, im Nahen Osten und in Nordafrika zusammen 14, fünf auf dem amerikanischen Doppelkontinent sowie drei in Asien und Ozeanien.
Das international renommierte Sipri-Institut wurde 1966 gegründet. Bekannt sind die Friedensforscher vor allem für die Berichte und Daten zu den globalen Militärausgaben oder Waffentransfers zwischen Staaten.



