Acerra (epd). Papst Leo XIV. hat ein hartes Vorgehen gegen die Zerstörung der Umwelt durch die organisierte Kriminalität gefordert. Im süditalienischen Acerra sprach er am Samstag von „einer tödlichen Mischung aus dunklen Interessen und Gleichgültigkeit gegenüber dem Gemeinwohl, die das natürliche und soziale Umfeld vergiftet hat“.
Acerra in Kampanien liegt in der sogenannten „Terra dei fuochi“ (Landschaft des Feuers). Ihren Namen hat die Region von der dortigen illegalen Verbrennung von Giftmüll durch die italienische Mafia. Der Ursprung dieser Umweltverbrechen geht in die 1990er Jahre zurück. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilte Italien im Januar 2025, weil es das Leben der Bürger in Kampanien nicht geschützt hat.
Bürgerkomitees setzen sich zur Wehr
Im Gegensatz zum Staat hätten die Menschen, „vor allem die Familien, die von der Krankheit und dem Tod ihrer Kinder betroffen waren“, reagiert, sagte Antonio Di Donna, Bischof von Acerra. Dutzende Bürgerkomitees seien in den vergangenen Jahren entstanden. Dies sei „auch unter hohen Opfern“ geschehen, sagte der Bischof. Die Menschen hätten „manchmal sogar den Vorwurf ertragen, dem Ansehen der Region zu schaden.“
Papst Leo rief die Menschen und auch die kirchlichen Würdenträger dazu auf, ihren Kampf gegen die Umweltverbrechen fortzusetzen. „Die kleinen und großen Neuanfänge, mit denen ihr den Schmerz bewältigt habt, sind noch nicht alles“, sagte der Papst. Für die Zukunft brauche es kein „Feuer, das zerstört, sondern ein Feuer, das wiederbelebt und wärmt.“ In seiner Ansprache in der Kathedrale von Acerra erinnerte Leo auch an die Umweltenzyklika „Laudato si’“, die sein Vorgänger Franziskus vor elf Jahren veröffentlichte.




