Jugendministerinnen wollen besseren Schutz in digitaler Welt

Jugendministerinnen wollen besseren Schutz in digitaler Welt
Die Jugend- und Familienministerinnen des Bundes und der Länder wollen einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt. Zudem soll der Übergang von der Kita zur Schule verbessert werden.

Frankfurt a.M. (epd). Kinder und Jugendliche sollen nach einem einstimmig beschlossenen Leitantrag der Jugendministerinnen des Bundes und der Länder besser im digitalen Raum geschützt werden. Dafür reiche eine Einzelmaßnahme wie etwa ein Social-Media-Verbot nicht aus, sagte die gastgebende hessische Jugendministerin Heike Hofmann (SPD) zum Abschluss der Jugend- und Familienministerkonferenz am Freitag in Frankfurt am Main. Die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen sowie der Erziehungsberechtigten und Lehrkräfte müsse gestärkt werden. Die Betreiber der Social-Media-Plattformen müssten sich an das EU-Gesetz Digital Services Act halten.

Die Bundesregierung erwarte Ende Juni den Bericht der Unabhängigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“, sagte die Bundesjugendministerin Karin Prien (CDU). Für viele digitale Dienste gebe es Altersbegrenzungen, aber die Betreiber setzten diese nicht durch.

Bundesweite Sprachtests für Vierjährige

Die Plattformbetreiber müssten offenlegen, wie ihre Algorithmen funktionieren, forderte die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). Die immer frühere Handynutzung hemme massiv die sozial-emotionale Entwicklung und den Spracherwerb der Kinder. Aber: „Eine Welt ohne digitale Wege gibt es nicht. Wir müssen dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche sich selbstbestimmt darin bewegen können.“

Gewicht legten die Ministerinnen auch auf die Verbesserung des Übergangs von der Kindertagesstätte zur Schule. Bund und Länder wollten bei der Gestaltung des geplanten Qualitätsentwicklungsgesetzes für die Kindertagesbetreuung zusammenwirken. Im Alter von vier Jahren sollten der Stand der Deutschkenntnisse erhoben und Förderinstrumente etabliert werden, sagte Prien. Das Gesetz solle dafür erstmals bundesweite Standards schaffen. „Das ist einer der entscheidenden Schlüssel, um die Trendwende im Bildungssystem zu schaffen.“