Berlin (epd). Der seit Mittwoch mit einer Ebola-Infektion in der Berliner Charité behandelte US-amerikanische Arzt ist nach Klinikangaben „momentan nicht kritisch krank“. Er zeige zwar deutliche Krankheitssymptome und sei stark geschwächt, benötige aber derzeit keine intensivmedizinischen Maßnahmen oder Organersatzverfahren, teilte die Charité am Freitag mit. Seine Ehefrau, die mit ihm in der Demokratischen Republik Kongo als Ärztin im Einsatz war, und seine vier Kinder seien symptomfrei und befänden sich in der Charité in Quarantäne.
Neben der medizinischen Versorgung sei es auch das Ziel des Klinikums, die Familie in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Mit ihrem Ehemann und Vater habe die Familie über eine Glasscheibe Kontakt, über eine Sprechanlage könnten sie miteinander reden.
Alle drei Stunden neue Schutzkleidung
Laut der christlich-missionarischen US-Organisation „Serge“, für die der 39-Jährige im Einsatz war, war der Arzt vor seiner Evakuierung sehr besorgt, dass er es nicht schafft: „Jetzt bin ich vorsichtig optimistisch.“ Der Direktor für Ost- und Zentralafrika bei „Serge“ habe mit dem Infizierten am Donnerstag kurz telefonieren können, hieß es.
Die Teams in der Charité müssen den Angaben zufolge aufgrund der anstrengenden Arbeit in Schutzkleidung alle drei Stunden gewechselt werden. Der Ebola-Ausbruch in der kongolesischen Ituri-Provinz war Ende vergangener Woche bekannt geworden. Die WHO rief einen internationalen Gesundheitsnotstand aus. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sprach am Mittwoch von fast 600 Verdachtsfällen und 139 mutmaßlich an Ebola gestorbenen Menschen.




