"Sea-Eye 5" rettet im Mittelmeer 26 Menschen aus Seenot

"Sea-Eye 5" rettet im Mittelmeer 26 Menschen aus Seenot

Regensburg (epd). Die Besatzung des Schiffs „Sea-Eye 5“ hat 26 Menschen, darunter mehrere Kinder und Schwangere, aus Seenot im Mittelmeer gerettet. Wie die Hilfsorganisation Sea-Eye am Mittwoch in Regensburg mitteilte, erreichte die Crew ihres Rettungsschiffes in der Nacht von Montag zu Dienstag ein Notruf, dass sich ein seeuntüchtiges Schlauchboot in der tunesisch-maltesischen Such- und Rettungszone in Seenot befinde. Die „Sea Eye 5“ habe das Boot gefunden und alle Menschen darin sicher an Bord nehmen können.

Alle Geretteten seien „verängstigt, erschöpft und unterkühlt“. Zu ihnen gehören den Angaben zufolge mehrere Kinder sowie fünf Frauen, von denen zwei schwanger seien. Nach der Rettung kam laut Sea-Eye starker Wind sowie hoher Wellengang auf. Zudem sei die Wasseraufbereitungsanlage an Bord der „Sea-Eye 5“ ausgefallen. „Aus medizinischer Sicht ist die Lage hochkritisch“, hieß es.

48 Stunden Fahrzeit zum zugewiesenen Hafen

Gleichwohl hätten die italienischen Behörden dem Schiff den Hafen Tarent als Ziel zugewiesen - eine Fahrt von rund 48 Stunden. Vier Bitten um Zuweisung eines näher gelegenen Hafens seien ohne Erfolg geblieben, kritisierte die Hilfsorganisation. „Jede weitere Stunde auf See setzt die geretteten Menschen zusätzlicher Gefahr aus und verschärft ihr Leiden unnötig“, erklärt Vanessa Guidi von German Doctors, die die medizinische Versorgung der Geretteten an Bord der „Sea-Eye 5“ leitet.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bereits mehr als 1.200 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen. Die Dunkelziffer könnte weit höher liegen.