Tropenmedizinerin zu Ebola-Ausbruch: Isolation ist zentrales Mittel

Tropenmedizinerin zu Ebola-Ausbruch: Isolation ist zentrales Mittel
Der Ebola-Ausbruch in Afrika hat nach Ansicht der Würzburger Tropenmedizinerin Sabine Gies erst einmal keine Auswirkungen auf Europa. Ob die Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda allerdings eingedämmt werden kann, sei ungewiss.
19.05.2026
epd
epd-Gespräch: Daniel Staffen-Quandt

Würzburg (epd). Nach Einschätzung der Würzburger Tropenmedizinerin Sabine Gies besteht durch den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda kein erhöhtes Infektionsrisiko außerhalb der betroffenen Regionen. Es gebe dort zwar zahlreiche Goldminen und dadurch Waren- und Personenverkehr, sagte die Medizinerin vom katholischen „medmissio - Institut für Gesundheit Weltweit“ in Würzburg. Eine internationale Ausbreitung sei dennoch unwahrscheinlich, weil an stark frequentierten Orten wie etwa Grenzübergängen oder Flughäfen Temperaturkontrollen und Befragungen durchgeführt werden, um mögliche Infizierte ausfindig zu machen. Vor Ort sei eine weitere Ausbreitung des Virus dagegen sehr wahrscheinlich.

Laut Gies ist Ebola hochansteckend - allerdings nur durch den Austausch von Körperflüssigkeiten wie Speichel. Dabei genüge allerdings der Kontakt mit anderen Schleimhäuten, also beispielsweise, wenn man sich den Speichel einer infizierten Person in die Augen reibe. Die Inkubationszeit dauere zwischen zwei Tagen und drei Wochen. Vor dem Auftreten von unspezifischen Symptomen wie Fieber oder Magen-Darm-Problemen seien Infizierte aber nicht ansteckend, erläuterte die Würzburger Tropenmedizinerin.

Oberstes Ziel: Gesundheitseinrichtungen Ebola-sicher machen

Die Lage in den betroffenen Gebieten sei aktuell schwer einzuschätzen, die Faktenlage noch dürftig. Die Projektpartner von „medmissio“ vor Ort in der kongolesischen Provinz Ituri wüssten auch erst seit Freitag vom Ebola-Ausbruch. Die Caritas-Mitarbeitenden im kongolesischen Bistum Mahagi setzten nun alles daran, ihre Gesundheitseinrichtungen vor Ort Ebola-sicher zu machen, erläuterte Gies: „Auch hier geht es darum, erste Symptome der Ebola-Infektion zu erkennen und weitere Ansteckungen durch Isolation zu verhindern.“

Weil es sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) um einen Ausbruch der Ebola-Variante Bundibugyo handle, griffen die Impfstoffe für die bislang häufiger aufgetretene Variante Zaire nicht. „Das oberste Ziel muss deshalb jetzt vor Ort sein, Infizierte zu finden und zu behandeln, ihre Kontaktpersonen der vergangenen drei Wochen zu ermitteln und zu isolieren“, erläuterte Gies. Das sei angesichts der politischen Verhältnisse vor Ort aber extrem schwierig bis unmöglich, weil eine anerkannte Staatsgewalt in der Region fehle.