Luisa Neubauer: Klimakrise ist auch Sinnkrise

Luisa Neubauer: Klimakrise ist auch Sinnkrise

Würzburg (epd). Luisa Neubauer sieht in der Klimakrise auch eine tiefgreifende Sinnkrise - und verbindet damit klare Erwartungen an die Kirchen. Viele Menschen kämen zu Katholikentagen und evangelischen Kirchentagen, weil die Vielzahl der Krisen, allen voran die Erderwärmung, lebensbestimmende Fragen auslösten, sagte die Klimaaktivistin am Samstag auf dem Katholikentag in Würzburg: „Wofür leben wir? Worauf leben wir hin? Wer ist eigentlich wir?“

Während Regierungen oft daran scheiterten, glaubwürdige Antworten zu geben, könnten kirchliche und spirituelle Institutionen Orientierung bieten und das Gefühl vermitteln, dass die Zukunft veränderbar sei, fügte die evangelische Christin Neubauer hinzu. Die Kirche sei gefordert, Räume zu schaffen, in denen Hoffnung und der Wille zum Handeln Platz haben - und als unbequemer Anstoß zu wirken, an dem sich die Politik gern etwas abschauen dürfe.

Zuversicht für die Zukunft

Als Klimaaktivistin erlebe sie nicht vor allem Traurigkeit, sondern vor allem Menschen, die etwas gegen die Klimakrise tun - das verändere den Blick, sagte Neubauer. Ihre Solidarität gelte auch jenen in und um die Kirchen, die sich für Veränderung, mehr Gerechtigkeit, Sichtbarkeit und Aufarbeitung einsetzten; das sei „bewundernswert“.