Misereor: Weltgesundheitsorganisation dramatisch unterfinanziert

Misereor: Weltgesundheitsorganisation dramatisch unterfinanziert

Aachen (epd). Das katholische Hilfswerk Misereor fordert, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) politisch und finanziell zu stärken. Zurzeit hätten 4,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu notwendigen Gesundheitsdiensten, weil es an Personal, Medikamenten, Ausrüstung oder Geld fehle, erklärte die Fachreferentin für Gesundheit, Ellen Schmitt, am Samstag mit Blick auf die am Montag beginnende Weltgesundheitsversammlung. Deswegen sei es ein „Alarmsignal“, dass internationale Organisationen wie die WHO „dramatisch unterfinanziert“ seien.

„Zuletzt musste das Budget der WHO um 14 Prozent auf rund 4,2 Milliarden US-Dollar gekürzt werden“, erklärte Schmitt. Vor allem der Austritt der USA hinterlasse eine Milliardenlücke, was die Handlungsfähigkeit der Organisation erheblich beeinträchtige. Parallel dazu habe die Bedeutung privater Finanzierung zugenommen. „Es ist kein gutes Zeichen, wenn mit der Gates-Stiftung eine private Organisation zu den Hauptgeldgebern der WHO gehört“, kritisierte die Referentin.

Die Weltgesundheitsversammlung ist das höchste beschlussfassende Organ der WHO. Sie tagt einmal im Jahr in Genf.