Magdeburg (epd). Im Theater Magdeburg hat am 23. Mai das Stück „Wunde Stadt“ über die Folgen des Weihnachtsmarkt-Anschlags vom 20. Dezember 2024 Premiere. Das Schauspiel von Autor Kevin Rittberger behandele die Folgen aus der Perspektive von Betroffenen, Angehörigen und Helfern, sagte Generalintendant Julien Chavaz am Freitag in Magdeburg. In Vorbereitung des Stückes habe man sich gefragt, „wie eine Stadt nach so einer kollektiven Verletzung“ weiterleben könne und welche Rolle ein öffentliches Theater habe, sagte Chavaz.
Im Herbst 2025 hatte es auch aus rechten Kreisen initiierte öffentliche Proteste gegen das Theater und die Forderung zur Absetzung des Stückes aus Pietätsgründen gegeben - noch bevor der Text und die Handlung überhaupt fertig waren. Doch gerade weil das Theater und viele Mitglieder des Ensembles in der Stadt verwurzelt seien, sei klar gewesen, „dass wir das Ereignis nicht ausklammern können“, sagte Schauspiel-Intendant Bastian Lomsché.
Notfallseelsorger im Theater ansprechbar
Themen von „Wunde Stadt“ seien die Trauer, Trauerbewältigung und Wege zur Heilung. So werden demnach während der Theatervorstellungen Notfallseelsorger und -seelsorgerinnen als Ansprechpersonen vor Ort sein. Zudem seien thematische Nachgespräche im Anschluss an die Vorstellungen mit dem Autor Kevin Rittberger oder einer Notfallseelsorgerin geplant, die bei dem Anschlag im Einsatz war.
In der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt war am 20. Dezember 2024 ein in dem Bundesland lebender Arzt aus Saudi-Arabien mit dem Auto über den Weihnachtsmarkt gerast und hatte sechs Menschen getötet. Seit November 2025 muss sich der mutmaßliche Täter vor dem Landgericht Magdeburg verantworten.




