Würzburg (epd). Angesichts von Krieg und dem Erstarken rechtsextremer Kräfte hat die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt dazu aufgerufen, Angst zu überwinden und Mut zu fassen. „Wir können Furcht haben, aber wenn wir als Christinnen und Christen bei der Furcht stehen bleiben, hat die Welt verloren“, sagte sie bei einer Bibelarbeit auf dem Katholikentag in Würzburg am Freitag. Zusammen mit Thomas Söding, Theologe und Vizepräsident des Zentralrats der Katholiken (ZdK), bearbeitete sie die Bibelstelle „Ausgießung des Geistes“ (Jesaja 44,1-5), in der Gott dem Volk Israel zuspricht: „Fürchte dich nicht“.
Heute gebe es zu Recht große Furcht davor, dass Rechtsradikale eine Landesregierung übernehmen könnten, sagte die frühere Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. „Ich teile die Furcht, aber nicht die Ohnmacht, sondern daraus wird Mut und daraus wird Entschlossenheit.“
Zehntausende Teilnehmer bei Christentreffen
Sie erinnerte daran, wie die Bürgerrechtsbewegung in der DDR 1989 eine friedliche Revolution herbeigeführt hat. „Wir haben uns damals in Gefahr begeben und haben die Demokratie errungen. Wir werden sie und nicht wegnehmen lassen“, bekräftigte die gebürtige Thüringerin Göring-Eckardt, die von 2009 bis 2013 Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war.
In Würzburg findet seit Mittwochabend der 104. Deutsche Katholikentag statt. Zu dem fünftägigen Treffen werden bis Sonntag Zehntausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu rund 900 Veranstaltungen erwartet.




