Frankfurt a.M., La Paz (epd). Bei Protesten von Bergleuten in Bolivien hat es am Donnerstag (Ortszeit) schwere Auseinandersetzungen gegeben. In der Verwaltungshauptstadt La Paz warfen Demonstranten Dynamitstangen in Richtung der Polizei, wie die Zeitung „La Razón“ berichtete. Die Sicherheitskräfte wiederum hätten Tränengas eingesetzt, um die Bergleute daran zu hindern, zum zentralen Platz vor dem Parlament und Regierungsgebäude zu gelangen.
Die Regierung des südamerikanischen Landes gab dem ehemaligen Präsidenten Evo Morales eine Mitschuld an der Gewalt sowie den seit zwei Wochen anhaltenden Straßenblockaden. Bei einer Pressekonferenz sprach ein Regierungssprecher laut „La Razón“ von einem „einem schauderhaften Plan“ von Morales und Drogenbanden, mit dem Ziel, das Land zu destabilisieren. Zugleich kündigte die Regierung Gespräche und die baldige Räumung der Blockaden durch Polizei und Militär an.
Wirtschaftliche Öffnung
Seit einem halben Jahr regiert in Bolivien der Christdemokrat Rodrigo Paz. Er hat das Land nach knapp 20 Jahren Regierungszeit von der „Bewegung zum Sozialismus“ (MAS) übernommen. Durch eine wirtschaftliche Öffnung versucht Paz, die kriselnde Wirtschaft des Landes wieder in Gang zu bringen. Dagegen protestieren insbesondere jene Berufsgruppen, die von der Sozialpolitik der MAS profitiert hatten. Der Generalsekretär der bolivianischen Zentralgewerkschaft COB, Mario Argollo, kündigte an, die Proteste und Blockaden fortzusetzen, bis die Regierung von ihren Privatisierungsplänen abrückt.




