Mainz (epd). Ob in der Sauna oder beim Joggen im Park: Die Sorge vor heimlichem Filmen in privaten oder intimen Situationen ist weit verbreitet. Bei einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage im Auftrag des SWR gaben 85 Prozent der Befragten an, sie hielten das für ein großes oder gar sehr großes Problem in unserer Gesellschaft. Unter den befragten Frauen waren es 89 Prozent. Das Institut infratest dimap hatte den Angaben nach Ende März 1.316 Wahlberechtigte per Telefon und online repräsentativ befragt.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem Bilder oder Videos, die die Intimsphäre verletzen, verboten werden sollen - unabhängig davon, ob sie echt oder gefälscht sind. Meist sind Frauen Opfer dieser Form digitaler Gewalt. Bereits das Herstellen solcher Aufnahmen soll geahndet werden.
Skepsis zu Gesetzentwurf
Die Jura-Professorin Indra Spiecker von der Universität Köln nannte den Entwurf im Interview mit dem SWR „eine eher unglückliche Lösung“. Ob beispielsweise heimliche Aufnahmen einer Frau im Bikini damit erfasst werden, sei strittig. „Ich glaube nicht, dass es den Betroffenen wirklich sehr viel weiterhilft“, sagte Spiecker




