Holocaust-Überlebender Albrecht Weinberg gestorben

Holocaust-Überlebender Albrecht Weinberg gestorben

Leer (epd). Der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg ist gestorben. Der 101-Jährige ist am Morgen „ganz ruhig und friedlich“ in seiner Wohnung im ostfriesischen Leer „eingeschlafen“, wie seine Mitbewohnerin Gerda Dänekas am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) bestätigte. Albrecht Weinberg ist als Zeitzeuge vielfach geehrt worden. Unter anderem erhielt er das Bundesverdienstkreuz, das er aber aus Protest gegen politische Entwicklungen in Deutschland im vergangenen Jahr zurückgab.

Albrecht Weinberg wurde als Sohn einer jüdischen Familie am 7. März 1925 im ostfriesischen Rhauderfehn geboren. Er überlebte die Konzentrationslager Auschwitz, Mittelbau-Dora, Bergen-Belsen und mehrere Todesmärsche. Seine Familie wurde von den Nazis fast vollständig ermordet. Er selbst wanderte in die USA aus, kehrte jedoch 2012 zusammen mit seiner Schwester zurück in seine ostfriesische Heimat. Seitdem berichtete er vor Schulklassen unermüdlich von den Schrecken des Nationalsozialismus. In seinem Geburtsort Rhauderfehn ist eine Schule nach ihm benannt. Er ist unter anderem Ehrenbürger der Stadt Leer.