Berlin (epd). Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat sich von der im Koalitionsvertrag vereinbarten Aufweichung des Acht-Stunden-Tags distanziert. „Wenn es nach der SPD und nach mir persönlich geht, fassen wir das Thema Arbeitszeit gar nicht erst an“, sagte Bas am Dienstag auf dem Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Berlin. „Aber es steht im Koalitionsvertrag.“
Derzeit sind in Deutschland in der Regel höchstens acht Stunden Arbeit am Tag erlaubt. Im Koalitionsvertrag haben CDU, CSU und SPD festgehalten, dass sie „die Möglichkeit einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit schaffen“ wollen. Bas plant, ihren Reformentwurf im ersten Halbjahr vorzulegen, also bis Ende Juni.
Bas hofft auf neue Gespräche mit Sozialpartnern
Bei ihrem Auftritt vor den DGB-Delegierten bedauerte die Ministerin, dass ein Dialog mit Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen zu dem Thema im vergangenen Jahr scheiterte. Sie wolle aber erneut auf die Sozialpartner zugehen und nochmals versuchen, eine Einigung zu erzielen, kündigte sie an. Der DGB ist strikt gegen eine Abkehr vom Acht-Stunden-Tag.
Bas sicherte den Gewerkschaften zu, sich für die Belange der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzusetzen. „Ich verspreche euch: Ich werde weiter gegen den Abbau von Arbeitnehmerrechten kämpfen, insbesondere wenn es um die Gesundheit und den Arbeitsschutz von Beschäftigten geht“, sagte sie.




