Berlin (epd). Der schwierige Wohnungsmarkt in Deutschland betrifft einer Untersuchung zufolge Menschen mit Migrationsgeschichte in besonderem Maße. „Zugewanderte haben im Durchschnitt weniger Wohnfläche pro Person zur Verfügung und leben häufiger in überbelegten Wohnungen“, heißt es im Jahresgutachten des Sachverständigenrats für Integration und Migration, das am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Diese Gruppe lebe auch seltener im Eigentum, müsse einen höheren Anteil ihres Einkommens für Wohnkosten ausgeben und sei überproportional von Wohnungslosigkeit betroffen.
Das Gutachten verweist auf einen Zusammenhang zwischen Migrationshintergrund und finanzieller Situation. „Familien und einkommensschwache Personen haben es häufig besonders schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden - und dazu zählen überdurchschnittlich oft Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“, erläutern die Forscherinnen und Forscher. Zudem lebten sie häufig in Städten, wo der Wohnungsmarkt häufig sehr angespannt sei.
Investitionen in schwierige Stadtteile gefordert
Um die Situation zu verbessern, empfiehlt der Sachverständigenrat neben der Schaffung von Wohnraum unter anderem mehr Aufmerksamkeit für Stadtteile, in denen „Zuwanderung und Armut sich verschränken“. Hier solle gezielt etwa in Kitas, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Begegnungsmöglichkeiten investiert werden. Bei der Verteilung von Geflüchteten auf Länder und Kommunen müssten „integrationsrelevante Aspekte“, etwa freie Stellen und Kinderbetreuungsplätze, einbezogen werden. Außerdem sei ein besserer Schutz vor Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt nötig.
Für das Gutachten führte der Sachverständigenrat verschiedene Datenquellen und Studien zusammen und sprach mit externen Fachleuten. Dem unabhängigen Rat gehören neun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen an. Das Gremium soll mit Daten und Fachexpertise die Politik beraten und die Öffentlichkeit informieren.




