Essen (epd). Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hat im vergangenen Jahr weniger Spenden eingenommen. Trotzdem sei die Organisation ein „nachhaltig verlässlicher Partner“ an der Seite der bedürftigen Menschen geblieben, sagte der Adveniat-Vorsitzende Bischof Franz-Josef Overbeck bei der Vorstellung der Bilanz am Montag in Essen. Im Geschäftsjahr 2025 sind Overbeck zufolge mehr als 800 Projekte in Lateinamerika und der Karibik mit zusammen 30,6 Millionen Euro gefördert worden. Die Spenden seien im Vergleich zum Vorjahr um etwa 3 Millionen auf 34 Millionen Euro gesunken.
Der Rückgang sei „überwiegend durch Einmaleffekte“ zu erklären, sagte Adveniat-Geschäftsführerin Tanja Himer. Trotz einer sinkenden Zahl an Weihnachtsgottesdiensten mit insgesamt weniger Besuchern habe die Weihnachtskollekte für das Hilfswerk der katholischen Bischöfe bei mehr als 13,7 Millionen Euro gelegen. Das seien etwa 700.000 Euro weniger als im Vorjahr, sagte Himer.
Kritik an Lateinamerika-Politik der USA
Bischof Overbeck wie auch Adveniat-Hauptgeschäftsführer Martin Maier kritisierten bei der Vorstellung des Adveniat-Jahresberichts die Politik der US-Regierung. Overbeck sprach von einem entwicklungspolitischen „Kahlschlag“ von US-Präsident Donald Trump, der für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik „existenzielle Folgen“ habe.
Maier sagte, die Menschen litten unter „dem neuen US-Imperialismus“. Als Beispiele nannte er unter anderem die Inhaftierung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang dieses Jahres und die „außergerichtlichen Hinrichtungen von Menschen in vermeintlichen Drogenbooten“ in der Karibik.




