Pflegende Angehörige sind mehrheitlich erwerbstätig

Pflegende Angehörige sind mehrheitlich erwerbstätig
Pflege wird am häufigsten von Angehörigen geleistet. Eine Umfrage zeigt: Die meisten pflegenden Angehörigen sind Frauen und weiter erwerbstätig. Pflege-Auszeiten nehmen sie dabei selten in Anspruch.

Berlin (epd). Pflegen Angehörige ihre Eltern oder Partner, machen sie das häufig zusätzlich zur Erwerbsarbeit. Wie aus am Montag vom Wissenschaftlichen Institut der AOK veröffentlichten Ergebnissen einer Umfrage hervorgeht, sind 59 Prozent der pflegenden Angehörigen berufstätig, fast ein Drittel (31,3 Prozent) arbeitet in Vollzeit. Die Doppelbelastung tragen vor allem Frauen. 60,4 Prozent der pflegenden Angehörigen sind der Umfrage zufolge weiblich.

Das Institut hat nach eigenen Angaben im September und Oktober vergangenen Jahres rund 1.500 pflegende Angehörige befragt. Die Befragten stehen demnach repräsentativ für die Pflegegrade.

Deutliche Mehrheit pflegt Angehörige seit mindestens einem Jahr

Fast die Hälfte der in Teil- oder Vollzeit berufstätigen Befragten (46,9 Prozent) gab den Angaben zufolge an, durch die Pflege körperlich und psychisch im Alltag hoch belastet zu sein. Bei Nicht-Erwerbstätigen waren es 38,3 Prozent.

Die Umfrage zeigt, dass die Doppelbelastung oft lange andauert: Gut die Hälfte der Befragten (50,7 Prozent) pflegt einen Angehörigen bereits seit mindestens einem Jahr, mehr als ein Drittel (38,3 Prozent) bereits seit mindestens fünf Jahren.

Pflege-Auszeit wird selten genommen

Pflege-Auszeiten, auf die es einen gesetzlichen Anspruch gibt, nehmen der Umfrage zufolge nur wenige pflegende Angehörige in Anspruch. Sie begründen es am häufigsten damit, dass eine solche Auszeit zur Bewältigung der Situation nicht notwendig ist oder war.

Rund einem Viertel sind diese Ansprüche den Ergebnissen zufolge aber auch gar nicht bekannt. Zudem sind finanzielle Gründe oder die Befürchtung beruflicher Nachteile der Umfrage zufolge in jedem vierten bis fünften Fall ein Grund, auf Angebote wie die Verhinderungspflege, Pflegezeit oder Familienpflegezeit zu verzichten.