Berlin (epd). Angesichts der geplanten Reform der Pflegeversicherung warnt die Caritas vor einer stärkeren Belastung von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen. „Bei der stationären Pflege muss die Ministerin dafür Sorge tragen, dass die finanzielle Belastung für die Pflegebedürftigen nicht noch weiter steigt“, sagte Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Online Sonntag, Print Montag).
Es werde diskutiert, die Eigenanteile erst nach 18 Monaten in einer Einrichtung zu senken, statt bisher nach 12 Monaten: „Das würde zwar kurzfristig Kosten sparen, dauerhaft aber das Stufenmodell der Entlastung diskreditieren, das schon heute vielen als ungenügend gilt.“
Reform bis Mitte Mai
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte angekündigt, bis spätestens Mitte Mai einen Entwurf für die Pflegereform vorzulegen. Damit soll die Versorgung und Finanzierung gesichert werden. In einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der „Rheinischen Post“ warnte Warken vor einem Defizit von 7,5 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung im kommenden Jahr.
Welskop-Deffaa forderte, pflegende Familienangehörige zu entlasten: „Die allermeisten Leistungen für Pflegebedürftige werden immer noch in der Familie erbracht“, sagte die Caritas-Präsidentin. Bei der Reform dürfe es auf keinen Fall zu Verschlechterungen bei der beitragsfreien Familienmitversicherung, der nach Kinderzahl gestaffelten Beitragshöhe und der Übernahme der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige kommen.




