Ehemaliger EKD-Kirchenamtspräsident von Campenhausen gestorben

Ehemaliger EKD-Kirchenamtspräsident von Campenhausen gestorben
Seine Zeit als Präsident des EKD-Kirchenamtes war geprägt von der Vereinigung der Landeskirchen in Ost- und Westdeutschland. Im Alter von 94 Jahren ist Otto von Campenhausen nun gestorben.

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) trauert um den früheren Präsidenten des EKD-Kirchenamtes, Otto von Campenhausen. Von Campenhausen starb am Sonntag im Alter von 94 Jahren, wie ein Sprecher der EKD am Freitag mitteilte.

Die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs, die Präses der Synode, Anna-Nicole Heinrich, sowie der Präsident des Kirchenamtes der EKD, Hans Ulrich Anke, würdigten von Campenhausen in einem an seine Angehörigen gerichteten Kondolenzschreiben. „Als langjähriges und hochverdientes Mitglied der Synode, des Synodenpräsidiums und des Rates der EKD und mit seinen Erfahrungen als Richter hatte Otto von Campenhausen die Gabe, widerstreitende Positionen zu einem guten Ausgleich zu bringen“, hieß es darin.

Amtszeit von Wiedervereinigung geprägt

Davon habe die evangelische Kirche ganz besonders in seiner Zeit als Kirchenamtspräsident profitiert, als es gegolten habe, nach der friedlichen Revolution die kirchliche Einheit wiederzugewinnen, hieß es weiter. „Sein Einsatz für Recht und Gerechtigkeit war getragen von seiner tiefen Frömmigkeit und Glaubensgewissheit.“

Otto von Campenhausen war den Angaben zufolge von 1973 bis 1979 Mitglied des Präsidiums der Synode der EKD und von1979 bis 1985 Mitglied des Rates der EKD. 1989 wurde er demnach vom Rat der EKD zum Präsidenten des Kirchenamtes berufen. Der als besonnen und geradlinig geltende Jurist leitete die EKD-Verwaltungszentrale in Hannover bis März 1997. Geprägt war die Amtszeit von der Vereinigung der evangelischen Landeskirchen in Ost- und Westdeutschland.

Engagiert für Reform des Strafvollzugs

Der am 7. Februar 1932 auf Burg Schwarzenfels im hessischen Kreis Schlüchtern geborene von Campenhausen stammt aus einem baltischen Adelsgeschlecht. Neben seinen kirchlichen Ämtern engagierte sich der frühere Richter auch in der Straffälligenhilfe und war Vorsitzender einer bundesweiten Kommission zur Reform des Strafvollzugs.