EU verschärft KI-Regeln gegen digitale sexualisierte Gewalt

EU verschärft KI-Regeln gegen digitale sexualisierte Gewalt
Die EU verschärft ihr KI-Gesetz: "Nudifier"-Apps und Deepfakes ohne Einwilligung sollen verboten werden.

Brüssel (epd). Die EU will sogenannte „Nudifier“-Apps und andere KI-Anwendungen zum Erstellen sexualisierter Deepfakes künftig verbieten. Unterhändler des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten einigten sich in der Nacht zum Donnerstag auf entsprechende Änderungen am europäischen KI-Gesetz (AI Act). Der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken nannte die Einigung ein „klares Zeichen gegen sexuelle Gewalt online“.

Verbot soll ab Dezember 2026 greifen

Hintergrund der neuen Regeln sind unter anderem Vorfälle um den KI-Chatbot Grok der Plattform X. Nutzer hatten die Software genutzt, um Frauen auf Fotos digital zu entkleiden. Die Debatte über sexualisierte digitale Gewalt bekam zuletzt auch in Deutschland neue Aufmerksamkeit. Die Schauspielerin Collien Fernandes wehrte sich gegen Deepfake-Videos von sich mit pornografischen Inhalten und machte die Bedrohung durch digitale Gewalt an ihrem eigenen Beispiel öffentlich.

Bevor das Verbot in Kraft treten kann, muss die Einigung noch formal durch das EU-Parlament und den Rat der Mitgliedsstaaten bestätigt werden. Das gilt in der Regel als Formsache. Dann würde das Verbot ab Dezember 2026 gelten.