Sozialverbände beklagen Diskriminierung von Menschen mit Behinderung

Sozialverbände beklagen Diskriminierung von Menschen mit Behinderung
Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai soll auf Diskriminierung und fehlende Inklusion aufmerksam machen. Sozialverbände wenden sich an diesem Tag gegen Spardebatten.

Berlin (epd). Sozialverbände dringen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung auf den Erhalt und Ausbau von Teilhabe. Es gehe dabei nicht um freiwillige Leistungen, sagte am Dienstag in Berlin der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Joachim Rock, sondern um die Umsetzung grundlegender Menschenrechte.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, beklagte, dass Menschen mit Behinderungen zunehmend den Eindruck bekämen, dass ihre Unterstützung als zu teuer und ihre Bedürfnisse als Belastung wahrgenommen würden. Ein Sparkurs, wie er derzeit diskutiert werde, untergrabe das Vertrauen in den Sozialstaat und stelle Solidarität und Gleichberechtigung infrage.

Gleichstellung als Ziel

Eine schwierige finanzielle Situation der Kommunen rechtfertigt nach den Worten der Präsidentin des Arbeiterwohlfahrt-Bundesverbands, Kathrin Sonnenholzner, keine Sparmaßnahmen bei individuellen Rechtsansprüchen. Es sei „daher vorrangig notwendig, sich über Bürokratieabbau und über eine Verbesserung der staatlichen Einnahmenseite zu verständigen“, erklärte Sonnenholzner.

Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai wurde 1992 von der Interessenvertretung „Selbstbestimmt Leben in Deutschland“ ins Leben gerufen. Die Behindertenbewegung nach US-Vorbild verfolgte mit ihren Protesten zunächst die rechtliche Gleichstellung als ein Hauptziel.

Heutzutage soll an diesem Tag auf Diskriminierung und fehlende Inklusion aufmerksam gemacht werden. Für Dienstagnachmittag ist in Berlin eine Demonstration für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung geplant.