Bischof Bilz: Taten wie Todesfahrt in Leipzig treffen ins Mark

Bischof Bilz: Taten wie Todesfahrt in Leipzig treffen ins Mark
Am Abend der Amokfahrt von Leipzig meldet sich der sächsische Landesbischof zu Wort und bekundet Trauer und Entsetzen.

Leipzig (epd). Der sächsische Landesbischof Tobias Bilz hat sich erschüttert über die Amokfahrt mit zwei Toten in der Leipziger Innenstadt geäußert. „Solche Taten treffen uns ins Mark“, erklärte der evangelische Theologe am späten Montagabend. Doch zeige sich auch: „In Momenten größten Leids wächst oft eine besondere Kraft der Solidarität. Menschen helfen einander, Fremde werden zu Nächsten.“

Nach vorläufigen Ermittlungen der Polizei war am Montagnachmittag ein 33-Jähriger mit einem Auto in der Leipziger Innenstadt in die Fußgängerzone gefahren und hatte mit dem Pkw mehrere Menschen erfasst. Eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann, die beide die deutsche Staatsangehörigkeit hatten, erlagen ihren Verletzungen. Eine genaue Angabe zur Zahl der Verletzten konnte die Polizei am Abend nicht machen.

Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter, der ebenfalls die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, in dem Auto sitzend fest. Sie geht von einem Einzeltäter aus, sein Motiv war zunächst unklar. Von einem politischen oder religiösen Motiv werde nicht ausgegangen, erklärte die Polizei am späten Montagabend.

Bilz: Als Gemeinschaft zusammenstehen

Bischof Bilz, der an der Spitze der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens steht und stellvertretender Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, erklärte laut EKD, sein tiefes Mitgefühl gelte den Opfern, ihren Familien und allen, die durch dieses Ereignis aus ihrem Alltag gerissen wurden.

„Gerade jetzt kommt es darauf an, dass wir als Gemeinschaft zusammenstehen - wachsam, aber nicht von Misstrauen bestimmt; traurig, aber nicht ohne Hoffnung“, sagte er. Er bete für die Verletzten, für die Trauernden und für alle Einsatzkräfte.

Die Leipziger Nikolaikirche, die sich in unmittelbarer Nähe zum Tatort befindet, war am Montag für Gebete und Gespräche geöffnet. Für Dienstag ist dort eine Gedenkandacht geplant