Berlin (epd). Rund um den Tag der Befreiung und das Kriegsende des Zweiten Weltkriegs am Freitag (8. Mai) veranstaltet die ukrainische Community in Berlin von Dienstag bis Freitag erstmals eine „Ukrainische Erinnerungswoche“. Die Veranstaltungen sollen zeigen, dass die öffentliche Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Deutschland noch immer stark von sowjetischen Narrativen geprägt sei, erklärte der ukrainisch-deutsche Verein Vitsche e.V. in Berlin.
Das Programm umfasst Diskussionen, Ausstellungen, öffentliche Gespräche und künstlerische Formate, die eine ukrainische Perspektive auf die Geschichte eröffnen, insbesondere auf die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs und deren heutige Aufarbeitung, wie es heißt. Daran beteiligt seien Historikerinnen und Historiker, Kunstschaffende sowie Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft.
Kein Ort für ukrainische Opfer in Berlin
Offiziell eröffnet wird die „Erinnerungswoche“ am Dienstag im Berliner Pilecki-Institut unter anderem mit dem ukrainischen Botschafter Oleksii Makeiev. Den Abschluss bildet am Freitag ein „Marsch für einen ukrainischen Erinnerungsort in Deutschland“ in schwarzer Kleidung vom Bahnhof Friedrichstraße zum Bundestag.
Berlin verfüge bis heute über keinen anerkannten Erinnerungsort für die ukrainischen Opfer des Zweiten Weltkriegs, erklärten die Veranstalter. Deren Perspektiven blieben häufig unsichtbar, obwohl Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer Opfer von Krieg, Besatzung, Deportation oder brutaler Vernichtungspolitik waren.




