Berlin (epd). Laut dem „Demokratiemonitor“ 2026 der Bertelsmann Stiftung befürworten 82 Prozent der Menschen in Deutschland die Werte der liberalen Demokratie. Im Vergleich zu einer Befragung im Jahr 2019 (80 Prozent) sei die Zustimmung damit sogar leicht gestiegen, wie aus der am Montag in Berlin veröffentlichten Langzeitstudie hervorgeht. Während die Zustimmung für Werte wie Wahlen, Parlament und Partizipation hoch ist, wird die alltägliche Umsetzung demokratischer Prinzipien deutlich negativer wahrgenommen.
Die Zustimmungsquoten zwischen Legitimität in den acht untersuchten Variablen einer Demokratie liegen demnach zwischen 77 Prozent (Parteien) und 91 Prozent (Wahlen). Gleichzeitig bewerten nur zwischen 15 (Partizipation) und 65 Prozent (Wahlen) auch ihr Funktionieren als überdurchschnittlich positiv.
Robert Vehrkamp, Mitautor der Studie, sprach von einem „enorm hohen Legitimitätswert“ der deutschen Demokratie. Die Lücke zwischen der Zustimmung und dem Funktionieren demokratischer Werte betrage insgesamt zwar rund 50 Prozentpunkte. „Geringe Zufriedenheitswerte mit ihrem Funktionieren allein sind aber noch keine Krise der Demokratie“, sagte Vehrkamp.
Geringe Zufriedenheit mit Performanz
Es sei wichtig, das Zusammenspiel zwischen Legitimität und der sogenannten Performanz zu betrachten. Die geringe Zufriedenheit mit der praktischen Arbeit von Institutionen habe bisher nicht zu einer Beschädigung der grundsätzlichen Akzeptanz der Demokratie geführt: „Das interpretieren wir als starke Resilienz.“ Der "Demokratiemonitor2 beruht auf sechs repräsentativen Befragungen von jeweils mehr als 5.000 Befragten zwischen 2019 und 2025.




