Aktivistin: Wasserkrise ist Teil der Klimakrise

Aktivistin: Wasserkrise ist Teil der Klimakrise
Weniger Wasser, mehr Konflikte: Ein Teil der Klimabewegung will die Krise über Veranstaltungen an Flüssen sichtbar machen - und politischen Druck erhöhen.
02.05.2026
epd
epd-Gespräch: Maximilian Arnhold

Berlin (epd). Eine neue Strömung der Klimabewegung will den Zusammenhang von Klimawandel, Wasser und lokaler Betroffenheit stärker in den Fokus rücken. „Die Wasserkrise ist Teil der Klimakrise“, sagte die Aktivistin Lena Eyerich vom Klimakollektiv im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Wenn Wasser verschwindet oder zu viel wird, wird die Krise greifbar.“

Dürreperioden und Hochwasser hätten das in den vergangenen Jahren deutlich gezeigt. Ohne schnellen Kohleausstieg und konsequenten Klimaschutz werde sich die Lage weiter verschärfen, mahnte Eyerich.

Wasser als verbindendes Element

Die Bewegung will auf Vernetzung vor Ort setzen, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Geplant sind vier mehrtägige Camps an Flüssen, die laut Eyerich als „Kristallisationspunkte“ dienen sollen. Dort sollen Protest, Bildungsangebote und Kulturprogramm zusammenkommen. „Sie sind Orte, an denen die Wasserkrisen erfahrbar sind - und strahlen gleichzeitig nach außen“, erläuterte sie. Aktionen wie der Protest gegen die Tesla-Gigafabrik in Grünheide hätten bereits gezeigt, dass Wasserschutz breite Aufmerksamkeit erzeugen könne.

Die Aktivistin sieht im Wasser ein „verbindendes Thema“, das den Alltag vieler Menschen unmittelbar betreffe. Es sei ein Gemeingut, auf das ein Menschenrecht bestehe.

Industrie soll mehr für Wasserverbrauch zahlen

Kritisch äußerte sich Eyerich zu kommunalen Aufrufen, Wasser im Alltag zu sparen. „Undifferenzierte Appelle an Einzelne helfen leider wenig“, sagte sie. Rund 70 Prozent des Wasserverbrauchs in Deutschland entfielen auf die Industrie. Besonders problematisch sei der Kohlebergbau, der große Mengen Grundwasser abpumpe. Auch Versuche, Tagebaue mit Wasser aus Flüssen zu fluten, verschärften Nutzungskonflikte.

Große Unternehmen müssten „angemessen“ für ihren Verbrauch zahlen, etwa durch sozial gestaffelte Entgelte. Zudem müsse das Verursacherprinzip gelten: „Wer Wasser verschmutzt, muss die Schäden tragen“, sagte Eyerich.