Washington (epd). Der US-Bundesstaat Texas hat am Donnerstag Medienberichten zufolge das Todesurteil gegen den Afroamerikaner James Broadnax (37) vollstreckt. Bürgerrechtler protestierten, Prozess und Schuldspruch im Jahr 2009 wegen Doppelmordes bei einem Raubüberfall seien geprägt gewesen von rassistischen Vorurteilen. Mehrere potenzielle schwarze Geschworene seien nicht zugelassen worden, kritisierte der Verband Legal Defense Fund. Zudem seien von Broadnax verfasste Rap-Texte beim Prozess zitiert worden, um dessen angebliche Gefährlichkeit zu beweisen.
Infrage stand zudem, ob Broadnax oder sein Cousin und Komplize Demarius Cummings die Todesschüsse abgegeben haben. Bei dem Raubüberfall wurden die Musik-Producer Stephen Swan und Matthew Butler erschossen. Beide Opfer waren weiß. Cummings wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Broadnax hatte die Morde nach seiner Festnahme in einem Fernsehinterview gestanden. Im März 2026 habe Cummings jedoch die Verantwortung dafür übernommen, berichtete die Zeitung „Dallas Morning News“. Broadnax habe ihn damals schützen wollen, und er wolle nach all den Jahren mit seinem Gewissen ins Reine kommen.
Unterstützung von prominenten Rappern
Das Oberste Gericht der USA und Gerichte in Texas haben Broadnax' Berufungsanträge abgelehnt. Für nationale Aufmerksamkeit sorgte der Konflikt um die angeblich zur Gewalt neigenden „Gangster-Rap“-Texte. Mehrere prominente Rap-Künstler, darunter Travis Scott, Killer Mike und Young Thug, haben sich in Anträgen an das Oberste Gericht für Broadnax eingesetzt. Die Rap-Texte seien Ausdruck der Redefreiheit. Sie seien Kunst und nicht wörtlich zu nehmen, erklärte Travis Scott.
Angehörige der Opfer hätten sich für die Hinrichtungen ausgesprochen, berichtete der texanische Rundfunksender KERA. Sie glaube Cummings angebliches Geständnis nicht, sagte Matthew Butlers Mutter, Theresa Butler. Die Hinrichtung mit Giftspritze wurde im texanischen Gefängnis Huntsville vollstreckt.




