Wohnungsnot: Europas Bürgermeister bitten EU um Hilfe

Wohnungsnot: Europas Bürgermeister bitten EU um Hilfe
Die Bürgermeister von Barcelona, Paris, Rom und weiteren Städten sind mit einem Hilferuf nach Brüssel gekommen: Im Kampf gegen die Wohnungsnot fordern sie mehr Unterstützung von der EU.

Brüssel (epd). Angesichts der Wohnungsnot in den Städten sind Bürgermeister aus ganz Europa zu einem Krisentreffen in Brüssel zusammengekommen. Dabei forderten sie am Donnerstag mehr Unterstützung von der EU, um die Wohnungskrise in Europa in den Griff zu bekommen. Das Bündnis „Mayors for Housing“ bitte die EU um Hilfe in dieser europäischen Krise, sagte Barcelonas Bürgermeister Jaume Collboni. „Wir glauben, dass die EU das Problem lösen kann, wenn sie jetzt so bestimmt handelt, wie sie es etwa in der Corona-Zeit getan hat.“ Auch Vertreter deutscher Städte wie Köln und Leipzig sind an der Initiative beteiligt.

Steigende Preise und knapper Wohnraum stellen viele europäische Städte vor große Herausforderungen. Zwischen 2013 und 2024 sind die Immobilienpreise laut EU-Angaben im Durchschnitt um mehr als 60 Prozent gestiegen und damit stärker als die Einkommen der Haushalte. Mietpreise legten demnach um 20 Prozent zu. Baugenehmigungen für Wohngebäude sind seit 2021 um 22 Prozent zurückgegangen. Rund 20 Prozent der Wohnungen stehen laut EU-Angaben leer.

„Eine der größten Sorgen vieler Europäer“

Die EU-Kommission erkennt das Ausmaß der Krise an. „Wohnen ist zu einer der größten Sorgen für viele Europäer geworden. Es ist unsere Verantwortung, Lösungen zu finden“, erklärte die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Teresa Ribera.

Ribera kündigte einen „Affordable Housing Act“ an. Die Europäische Kommission bereite derzeit das Gesetz über bezahlbaren Wohnraum vor, das 2026 vorgelegt werden soll. Es soll den Mitgliedstaaten, Regionen und lokalen Behörden Instrumente an die Hand geben, mit denen sie den Wohnungsdruck abmildern können. Die Höhe der Investitionen hänge auch vom nächsten EU-Haushalt ab, erklärte Ribera.

Die Kommission hatte 2025 bereits den ersten europäischen Plan für bezahlbaren Wohnraum auf den Weg gebracht. Ziel ist es, das Angebot an Wohnungen zu erhöhen, Investitionen und Reformen anzustoßen, Kurzzeitvermietungen in Gebieten mit Wohnungsnot strikter zu regeln und die am stärksten betroffenen Menschen zu unterstützen.