Frankfurt am Main, Bamako (epd). Nach der Angriffswelle am Wochenende in Mali hat sich Junta-Chef Assimi Goïta nach tagelangem Schweigen erstmals an die Bevölkerung gewandt. In der am Dienstagabend im Staatssender ORTM1 übertragenen Rede bezeichnete der General die Lage als „äußerst ernst“ aber „unter Kontrolle“.
Goïta lobte die Reaktion der Streitkräfte: „Den Angreifern, die ein Klima der Gewalt schaffen wollten, wurde ein heftiger Dämpfer versetzt“, erklärte er. Die Bevölkerung rief er zu Ruhe und Zusammenhalt auf. Die Angriffe auf Mali seien Teil eines umfassenden Plans zur Destabilisierung des Landes durch bewaffnete Terroristengruppen, die externe und interne Unterstützung erhielten, sagte der Staatschef.
Unruhe in Region
Die Lage in Mali bleibt angespannt, auch in den Nachbarländern Niger und Burkina Faso hat die Angriffsserie für Unruhe gesorgt. In Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou wurden zusätzliche Wachposten an strategisch wichtigen Punkten aufgestellt, wie der französische Sender RFI am Mittwoch berichtete. Derweil kündigten die Dschihadisten in Mali eine erneute Blockade rund um Bamako an. Bereits eine Blockade Ende vergangenen Jahres, bei der die Extremistengruppe JNIM wochenlang die Hauptstadt von wichtigen Gütern wie Benzin abgeschnitten hatte, hatte großen Schaden angerichtet.
Am Wochenende war Mali von einer Angriffsserie in mindestens sechs Städten gleichzeitig erschüttert worden. Zum ersten Mal gingen dabei Separatisten der „Befreiungsfront von Azawad“ (FLA) mit Dschihadisten der „Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime“ (JNIM) zusammen vor. Die Kämpfe gelten als die blutigsten seit 2012.




