Deutscher Familienverband: Niedrige Geburtenrate ist "Weckruf"

Deutscher Familienverband: Niedrige Geburtenrate ist "Weckruf"
Der Verband macht die Politik mitverantwortlich: Ein ungerechtes Rentensystem, zu niedriges Elterngeld und die mögliche Abschaffung des Ehegattensplittings setzten Eltern finanziell zu.

Berlin (epd). Der Deutsche Familienverband hat die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Geburtenrate als „dramatischen Weckruf“ bezeichnet. „Dass die Geburtenzahl auf den niedrigsten Stand seit 1946 gesunken ist, ist kein historischer Zufall, sondern das Ergebnis einer jahrzehntelangen strukturellen Benachteiligung von Familien“, erklärte Bundesgeschäftsführer Sebastian Heimann am Dienstag auf Anfrage dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Ursachen für diesen Rückgang seien systemisch, fügte Heimann hinzu: „Unser Sozialversicherungssystem, insbesondere die gesetzliche Rente, bestraft Eltern regelrecht für ihre Erziehungsleistung, indem sie im Alter leer ausgehen. Vor allem Mütter.“ Wenn die Politik dann noch Leistungen wie das Elterngeld über Jahrzehnte nicht anhebe oder die spezifischen Bedürfnisse von Mehrkindfamilien ignoriere, dürfe sie sich über sinkende Geburtenraten nicht wundern.

„Kinder dürfen kein Armutsrisiko sein.“

Die diskutierte Abschaffung des Ehegattensplittings wäre ein weiterer Schlag gegen eine kinderorientierte Familienpolitik, mahnte Heimann: „Kinder zu haben, darf in Deutschland kein Armutsrisiko sein. Wir brauchen dringend eine familiengerechte Reform der Sozialversicherungen und eine echte Elternrente, die den Generationenvertrag wieder vom Kopf auf die Füße stellt.“