Berlin (epd). Inmitten der Ölpreissteigerungen fahren große Konzerne laut Oxfam weiter enorme Profite ein. Sechs der größten fossilen Energieunternehmen könnten in diesem Jahr mit Gewinnen in Höhe von 94 Milliarden US-Dollar rechnen, erklärte die Entwicklungs- und Hilfsorganisation am Montag. Mit Blick auf die internationale Konferenz zum Ausstieg aus den fossilen Energien in dieser Woche in Kolumbien fordert Oxfam, die Öl- und Gasriesen in die Pflicht zu nehmen.
Dringlich seien nicht nur der weltweite Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas und der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien, sondern auch eine Übergewinnsteuer für fossile Konzerne, betonte die Organisation. Allein die Gewinnsteigerung der sechs Konzerne - Chevron, Shell, BP, ConocoPhillips, Exxon und TotalEnergies - liege fast 37 Millionen US-Dollar pro Tag über den zusätzlichen Gewinnen von 2025. Von den prognostizierten Gesamtgewinnen aus fossilen Brennstoffen für 2026 ließe sich beispielsweise solarbetriebene Energieversorgung in Afrika für rund 50 Millionen Menschen aufbauen.
Gegen Abhängigkeiten
In vielen Ländern stehe die Wirtschaft unter Druck, Menschen in aller Welt hätten Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, betonte Oxfam. „Es offensichtlich, wie dringend der Ausstieg aus den fossilen Energien ist, um die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten zu verringern und die Widerstandskraft gegenüber geopolitischen Krisen zu erhöhen“, erklärte Klimapolitik-Referent Jan Kowalzig. Auch die Bundesregierung bremse mit ihrer Energiepolitik den Ausbau von Sonne und Wind aus und verfestige so bestehende Abhängigkeiten.
Die Konferenz in Kolumbien, die am Mittwoch zu Ende geht, ist eine Initiative des Gastgebers und der Niederlande in Anlehnung an Forderungen nach einem fossilen Ausstiegsplan, zu dem auf der letzten Weltklimakonferenz COP30 kein Konsens zustandekam. Rund 50 Länder nehmen teil, darunter Deutschland. Die Ergebnisse sollen in die kommende UN-Klimakonferenz COP31 im türkischen Antalya einfließen.




