Osnabrück (epd). Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung steigt deutlich. Im ersten Quartal des Jahres hätten bereits 2.656 Menschen einen entsprechenden Antrag gestellt und damit mehr als im gesamten Jahr 2024, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Montag) unter Berufung auf das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Vor zwei Jahren seien es 2.249 gewesen.
2025 gab es 3.879 Anträge. Im Jahr 2023 verweigerten dem Bericht zufolge 1.079 Menschen den Dienst an der Waffe.
Verweigerung wird auch widerrufen
Auch widerrufen dem Bericht zufolge mehr Menschen ihre bereits erfolgte Kriegsdienstverweigerung: Im vergangenen Jahr war das 781-mal der Fall, im ersten Quartal dieses Jahres schon 233-mal. In den Vorjahren war die Zahl der Anträge auf Rücknahme der Verweigerung von 304 im Jahr 2021 bis zu 626 im Jahr 2024 deutlich geringer.
Die Wehrpflicht ist seit 2011 ausgesetzt und gilt nur für den Verteidigungsfall weiter. Unabhängig davon bleibt das Recht bestehen, den Kriegsdienst mit der Waffe aus Gewissensgründen gemäß Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes zu verweigern. Um die Zahl der Soldatinnen und Soldaten zu erhöhen, bekommen seit diesem Jahr 18-Jährige einen Fragebogen, in dem ihre Bereitschaft für einen freiwilligen Dienst in der Bundeswehr abgefragt wird. Den Fragebogen müssen Männer verpflichtend ausfüllen, Frauen ist es freigestellt. Zudem soll es wieder eine Musterung aller jungen Männer geben.





