UN: 266 Millionen Hungernde im vergangenen Jahr

UN: 266 Millionen Hungernde im vergangenen Jahr
Konflikte und Gewalt erschweren die Lebensmittelversorgung in vielen Ländern. In Regionen des Sudans und des Gaza-Streifens sind 2025 sogar Hungersnöte ausgebrochen.

Genf (epd). Die Vereinten Nationen schlagen Hunger-Alarm. Im vergangenen Jahr seien 266 Millionen Menschen in 47 Ländern und Gebieten von akuter Ernährungsunsicherheit in hohem Maße betroffen gewesen, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten UN-Bericht über Ernährungskrisen 2026.

In seiner zehnten Ausgabe betonen die Autoren des Reports, dass sich der akute Hunger in den letzten zehn Jahren verdoppelt habe. Zudem seien im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit Beginn der Veröffentlichung des Berichts zwei Hungersnöte ausgerufen worden: in Gebieten des Sudans und des Gaza-Streifens. Konflikte seien nach wie vor die Hauptursache für akute Ernährungsunsicherheit und Unterernährung bei Millionen Menschen weltweit, erklärte UN-Generalsekretär António Guterres im Vorwort des Berichts.

Zehn Länder besonders betroffen

Im Jahr 2025 sei der Grad der akuten Ernährungsunsicherheit der zweithöchste seit Beginn der Erfassungen gewesen, hieß es weiter. Dabei sei der Anteil der Menschen, die unter extremem Hunger litten, auf einem der kritischsten Niveaus der letzten zwei Jahrzehnte geblieben. Die Zahl der Betroffenen sei neunmal höher gewesen als im Jahr 2016.

Der von den UN und Partnerorganisationen erstellte Bericht zeigt, dass die akute Ernährungsunsicherheit regional stark konzentriert ist. Auf zehn Länder entfallen laut dem „Global Report on Food Crises 2026“ zwei Drittel aller Menschen, die unter akutem Hunger leiden. Es handele sich um Afghanistan, Bangladesch, die Demokratische Republik Kongo, Myanmar, Nigeria, Pakistan, den Südsudan, den Sudan, Syrien und Jemen.