Brandenburg erinnert an Befreiung des KZ Ravensbrück

Brandenburg erinnert an Befreiung des KZ Ravensbrück
Mindestens 140.000 Menschen waren zwischen 1939 und 1945 im Frauen-KZ Ravensbrück inhaftiert. Zehntausende wurden dort ermordet oder kamen auf andere Weise zu Tode. Anfang Mai wird an die Befreiung der Überlebenden am 30. April 1945 erinnert.

Ravensbrück (epd). Zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Ravensbrück erinnert die Gedenkstätte im Norden Brandenburgs an die Opfer der Nationalsozialisten. Zu den Gedenkveranstaltungen vom 1. bis 3. Mai werden auch vier Überlebende des Konzentrationslagers erwartet, die 95-jährige Janina Iwanska aus Polen, der 90-jährige Richard Fagot aus Israel, der 84-jährige Ib Katznelson aus Dänemark und die 82-jährige Ingelore Prochnow aus Deutschland. Die zentrale Gedenkveranstaltung sei am 3. Mai geplant, teilte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Donnerstag mit.

Die Gedenkveranstaltungen beginnen den Angaben zufolge am 1. Mai mit der Erneuerung der Wegmarkierungen der „Straße des Erinnerns“ durch Schülerinnen und Schüler der Berliner Ernst-Litfaß-Schule. Die Strecke folgt dem historischen Weg vieler Häftlinge vom Bahnhof zum Lager und macht diesen im Stadtraum von Fürstenberg an der Havel sichtbar.

Weitergabe von Erinnerungen

Am 2. Mai kommen den Angaben zufolge bei einem Forum der Generationen Nachkommen ehemaliger Häftlinge aus verschiedenen Ländern zusammen. Im Mittelpunkt stünden familiäre Erinnerungen, ihre Weitergabe über Generationen hinweg und die Frage, welche Verantwortung sich daraus für die Gegenwart ergibt. An der zentralen Gedenkveranstaltung am 3. Mai wollen unter anderem Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) und der Sinto und ehemalige Grünen-Europa-Abgeordnete Romeo Franz teilnehmen.

Das KZ Ravensbrück nördlich von Berlin war das zentrale Frauen-Konzentrationslager im Deutschen Reich. Zwischen 1939 und 1945 waren dort mindestens 120.000 Frauen und Kinder aus ganz Europa inhaftiert. 1941 kam ein Männerlager mit rund 20.000 Häftlingen, 1942 das sogenannte „Jugendschutzlager Uckermark“ für Mädchen und junge Frauen mit rund 1.000 Inhaftierten hinzu. Mindestens 28.000 Menschen kamen im KZ Ravensbrück ums Leben.