Ravensbrück (epd). Im Beisein von vier Überlebenden ist an die Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück vor 81 Jahren erinnert worden. An den Gedenkfeierlichkeiten am Sonntag nahmen nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten die 95-jährige Janina Iwańska aus Polen, der 90 Jahre alte Richard Fagot aus Israel, die 84-jährige Ib Katznelson aus Dänemark und die 82 Jahre alte Ingelore Prochnow aus Deutschland teil.
Die Überlebende Janina Iwańska erinnerte in ihrer Rede an ihre Besuche in Ravensbrück seit 1959. Viele Jahre lang sei sie „voller Hass, Trauer und Wut“ gegenüber den Deutschen gewesen, „die diese Hölle geschaffen hatten“. Die 95-Jährige fügte hinzu: „Mit jeder Reise wurde meine Wut kleiner, und die Freundlichkeit wuchs von Begegnung zu Begegnung.“ Heute komme sie nicht mehr nur, um Blumen niederzulegen und der ehemaligen Häftlinge zu gedenken, sondern auch, um Freunde zu treffen. Sie hoffe darauf, dass sich alle Völker miteinander versöhnen, so wie sich mit den Deutschen versöhnt habe.
Fragen der Kinder und Enkel
Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) mahnte, was in Ravensbrück und anderen Orten geschah, sei nicht Vergangenheit. Es wirke in der Gegenwart fort: „Unsere Kinder und Enkel werden uns eines Tages fragen, was wir aus den Erinnerungen und Appellen der Überlebenden gemacht haben.“
Das KZ Ravensbrück nördlich von Berlin war das zentrale Frauen-Konzentrationslager im Deutschen Reich. Zwischen 1939 und 1945 waren dort mindestens 120.000 Frauen und Kinder inhaftiert. Am 30. April 1945 befreite die Rote Armee das KZ und die 3.000 zurückgelassenen Häftlinge.




