Berlin (epd). Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Arbeit des Bundes der Vertriebenen (BdV) gewürdigt. Der Verband sei „nichts Geschichtliches, er ist etwas Gegenwärtiges“, sagte er am Dienstag beim Jahresempfang des Verbandes in Berlin. Das Schicksal der deutschen Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg dürfe nicht vergessen werden. „Die Geschichte kann man nur verstehen und die Zukunft darauf positiv entwickeln, wenn man eben nicht bereit ist, zu vergessen, sondern zu versöhnen“, sagte Dobrindt und sicherte dem Verband Unterstützung bei dessen Anliegen zu.
Der Bund der Vertriebenen tritt für die Interessen und Traditionen der nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen Deutschen und von Spätaussiedlern ein. Präsident des Verbands ist seit Oktober der CSU-Politiker Stephan Mayer.
Mayer: Wollen empathische Ausstellung im Dokumentationszentrum
Der Bund der Vertriebenen sorgte im März für Schlagzeilen, als offenbar auf Betreiben des Verbands eine neue Leitung für das Dokumentationszentrum Flucht-Vertreibung-Versöhnung gewählt wurde. Hintergrund waren Meinungsverschiedenheiten im Stiftungsrat über die inhaltliche Ausrichtung der Stiftungsarbeit und der Dauerausstellung. Mayer kritisierte die damalige Berichterstattung als „tendenziös“. Gleichzeitig sagte er, die vom BdV gestellten Stiftungsräte würden alles dafür tun, dass die Ausstellung so gestaltet werde, „dass sie empathisch ist, empathisch für uns als Betroffene, Vertriebene, für deren Nachkommen“.
Dobrindt sagte: „Die Idee, die Aufgabe und die Zuständigkeit der Stiftung Flucht, Vertreibung und Versöhnung ist die Vertreibung, das Leid, das Unrecht der Deutschen ins Zentrum ihrer Aufgabe zu stellen.“ Mayer und Dobrindt stellten zudem heraus, dass die Themen der Vertriebenen mit der neuen Bundesregierung im Bundesinnenministerium gebündelt wurden.
Dort ist Bernd Fabritius (CSU) Beauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, bis Oktober selbst Präsident des BdV. Unter den Gästen des BdV-Empfangs war auch die frühere Verbandsvorsitzende Erika Steinbach, die Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung ist.




