Warken plant Pflegereform-Gesetzentwurf

Warken plant Pflegereform-Gesetzentwurf
Bundesgesundheitsministerin Warken will bald einen Entwurf für eine Pflegereform vorlegen. Medienberichten zufolge sollen Pflegebedürftige stärker belastet werden. Die Diakonie Deutschland hält das für den falschen Weg.
21.04.2026
epd
Von Christina Neuhaus und Nils Sandrisser (epd)

Berlin (epd). Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will schnell einen Entwurf für eine Pflegereform vorlegen. Laut „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ sind höhere Belastungen von Pflegebedürftigen in Heimen geplant und Änderungen bei den Pflegegraden. Die Diakonie Deutschland lehnte den Ansatz ab. Die Grundlage für Warkens Entwurf sollten die seit Dezember vorliegenden Ergebnisse der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ bilden, erklärte die Gesundheitsministerin am Dienstag in Berlin.

„Bis spätestens Mitte Mai werde ich dazu einen Vorschlag vorlegen, der die Stabilisierung der Finanzsituation mit den notwendigen Strukturreformen verbindet“ kündigte Warken an. Sie malte ein düsteres Bild der Lage: Sie habe das Pflegesystem „in einem katastrophalen Zustand übernommen“, erklärte sie. „Alleine im kommenden Jahr fehlen der Pflegeversicherung sechs Milliarden Euro.“ Ziel der geplanten Reform sei es, „die Versorgung nachhaltig zu sichern und die Finanzsituation auf ein solides Fundament zu setzen. Dabei werden wir Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nicht alleine lassen“, versicherte Warken.

Bericht: Änderung bei Pflegegraden geplant

Das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ berichtete am Dienstag, Warken plane höhere Belastungen für die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen. Erste Entwürfe für die Reform sähen nach Informationen aus Koalitionskreisen vor, dass die Zuschüsse zu den Eigenanteilen der Pflegebedürftigen langsamer als bisher steigen sollen. Außerdem sei geplant, die Voraussetzungen für die Einstufungen in die Pflegegrade 1, 2 und 3 zu erhöhen. Das Gesundheitsministerium äußerte sich auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) nicht zu dem Bericht.

Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe hatte sich nur auf wenige konkrete Punkte verständigt. Insbesondere zu Finanzfragen führte das Ergebnispapier lediglich verschiedene Optionen auf. Das führte zu viel Kritik, unter anderem von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Diakonie-Präsident spricht vom „falschen Weg“

Der Präsident der Diakonie Deutschland, Rüdiger Schuch, erklärte, die Pläne Warkens seien „genau der falsche Weg“. Einer steigenden Zahl von Pflegebedürftigen sei sicher nicht dadurch zu begegnen, dass man sie als weniger pflegebedürftig einstufe. Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen müssten schon heute durchschnittlich 3.200 Euro monatlich an Eigenanteilen zahlen. Hier brauche es Entlastung, damit Pflege kein Armutsrisiko sei, sagte Schuch. Man müsse „alle Beteiligten im Blick haben und nicht nur das Geld“.