Unesco betont Bedeutung ihrer Stätten für Umwelt und Artenvielfalt

Unesco betont Bedeutung ihrer Stätten für Umwelt und Artenvielfalt
Die Unesco fordert eine stärkere Berücksichtigung ihrer Stätten in der Klimapolitik. Auch brauche es eine bessere Finanzierung. In einem Bericht legt die Organisation dar, inwiefern die Stätten zur Biodiversität beitragen.

Bonn (epd). Die Unesco wirbt für mehr Investitionen in den Erhalt ihrer Stätten. In vielen Regionen sei die Finanzierung kleinteilig, kurzfristig oder nicht ausreichend für einen langfristigen Erhalt, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Die Stätten hätten jedoch gezeigt, dass es in Zeiten großen Wandels möglich sei, Ökosysteme zu erhalten, Lebensgrundlagen zu unterstützen und kulturelle Identitäten zu bewahren.

Weltweit zählt die Organisation der Vereinten Nationen nach eigenen Angaben gut 1.240 Welterbestätten, mehr als 780 Biosphärenreservate und über 220 Geoparks mit einer Gesamtfläche von mehr als 13 Millionen Quadratkilometern. Die Stätten beherbergen laut dem Bericht „People and Nature in UNESCO-Designated Sites: Global and Local Contributions“ mehr als 60 Prozent der weltweit bekannten Tierarten, darunter 40 Prozent, die nirgendwo anders zu finden seien. Sie sicherten etwa bis zu einem Drittel der weltweiten Population an Elefanten, Tigern und Pandas, teilte die Unesco mit. Während die Wildtierbestände weltweit seit 1970 um 73 Prozent zurückgegangen seien, seien sie in Unesco-Gebieten vergleichsweise stabil geblieben. Zudem würden dort jedes Jahr etwa 700 Megatonnen Kohlendioxid absorbiert.

Erderwärmung gefährdet steigende Zahl von Unesco-Stätten

Die UN-Organisation warnte vor Klima-Kipppunkten, die mehr als 590 Unesco-Stätten im Jahr 2050 betreffen könnten. Dazu zählten etwa schmelzende Gletscher, verschwindende Korallenriffe und Frischwassermangel. Mit jedem weiteren Grad Erderwärmung verdoppele sich die Zahl der Unesco-Stätten, die bis zum Ende des Jahrhunderts von erheblichen Störungen betroffen seien, erklärte die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn. Unesco-Stätten müssten systematisch in die Klimapolitik einbezogen werden.