Berlin (epd). Die Arbeitgeber gehen davon aus, dass nur wenige Unternehmen die steuerfreie Prämie von 1.000 Euro an Beschäftigte auszahlen werden. In der „Bild“-Zeitung (Donnerstag) kritisierte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, die Bundesregierung habe mit der Prämie „Erwartungen geschürt und die Erfüllung dieser Erwartung bei anderen abgeladen. Das macht man nicht, das gehört sich nicht.“
Zur Entlastung der Beschäftigten in der Energiekrise will die schwarz-rote Koalition es Arbeitgebern ermöglichen, in diesem Jahr eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie von 1.000 Euro zu zahlen. Es würden „deutlich weniger“ Unternehmen diese Prämie auszahlen, als es vor vier Jahren der Fall gewesen sei, erklärte Kampeter mit Blick auf die 2022 beschlossene sogenannte Inflationsausgleichsprämie.
BDA-Chef schlägt Ausweitung auf 2027 vor
Beispielsweise habe man vor wenigen Wochen in der chemischen Industrie vereinbart, dass es keine Lohnanpassung in diesem Jahr geben werde. Eine Prämie sei daher „weder in der Kalkulation noch in der Gesamtdynamik des Tarifvertrages“, sagte Kampeter.
Er kritisierte, dass anders als 2022 Arbeitgeber und Gewerkschaften diesmal nicht in die Entscheidung eingebunden gewesen seien. Zugleich zeigte sich der BDA-Chef offen für Korrekturen in den anstehenden Bundestagsberatungen. Eine Ausweitung auch auf das Jahr 2027 biete „mehr Möglichkeiten, das auch tarifvertraglich zu machen“, sagte er: „Tatsache ist: So wie er jetzt ausgestaltet ist, wird er relativ wirkungsarm sein.“
Die 2022 beschlossene sogenannte Inflationsausgleichsprämie hatten mehr als 80 Prozent der Tarifangestellten erhalten.




