Frankfurt a.M. (epd). Mehr als ein Viertel der in Deutschland lebenden Menschen ist zugewandert oder Kind von aus dem Ausland zugezogenen Eltern. Im vergangenen Jahr lebten in Deutschland rund 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte, was einem Anteil von 26,3 Prozent an der gesamten Bevölkerung entspricht. Ein Jahr zuvor hatte der Anteil noch 25,8 Prozent betragen, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Weil Zuwanderung das Geburtendefizit künftig nicht mehr ausgleiche, werde die Bevölkerungszahl in Deutschland in den nächsten Jahren sinken, sagt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) voraus.
Seit einigen Jahrzehnten sterben in Deutschland mehr Menschen als Kinder geboren werden. 2025 habe die Differenz bei 350.000 gelegen, erläuterte das IW. Dass die Bevölkerung dennoch bisher nicht geschrumpft sei, habe daran gelegen, dass mehr Menschen nach Deutschland einwanderten, als das Land verlassen haben.
Bevölkerung von 81 Millionen für 2045 vorhergesagt
Im vergangenen Jahr seien jedoch lediglich 250.000 Personen mehr ins Land gekommen als weggezogen. Die Bevölkerung sei so insgesamt um 100.000 auf 83,5 Millionen Einwohner zurückgegangen. Laut einer IW-Prognose wird sich der Trend fortsetzen und die Bevölkerung in Deutschland bis 2045 auf rund 81 Millionen Menschen schrumpfen.
Das arbeitgebernahe Institut rechnet mit wachsendem Druck auf den Arbeitsmarkt und die Sozialsysteme durch den Bevölkerungsrückgang. Es forderte die Politik auf, die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte zu erleichtern. Das könne etwa durch schnellere Visaverfahren und eine einfachere Anerkennung ausländischer Abschlüsse geschehen.
Der Anteil der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte an der Gesamtbevölkerung stieg zwischen 2005 und 2025 den Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge um rund 10 Prozentpunkte. Eine Einwanderungsgeschichte haben nach der zugrundeliegenden Definition Menschen, die entweder selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind.
Zahl der Eingewanderten steigt langsamer
Etwa jede fünfte im Jahr 2025 in Deutschland lebende Person (19,8 Prozent) war selbst eingewandert. Das entspreche 16,4 Millionen Eingewanderten im Jahr 2025 und 1,7 Prozent mehr als 2024, erläuterte das Bundesamt. Damit habe sich die Zahl der Eingewanderten deutlich schwächer als in den Jahren zuvor erhöht. Im Zeitraum von 2021 bis 2024 sei die Zahl der Eingewanderten pro Jahr um durchschnittlich 6,2 Prozent gestiegen.
Von den 16,4 Millionen im vergangenen Jahr in Deutschland lebenden Eingewanderten wurden 6,3 Millionen (39 Prozent aller Eingewanderten) in einem dieser fünf Länder geboren: Polen (1,5 Millionen), Türkei (1,5 Millionen), Ukraine (1,3 Millionen), Russische Föderation (1,0 Millionen) und Syrien (1,0 Millionen).



